Die Grenzzölle: USA gegen EU, EU gegen USA und China

Am 2. April kündigte der US-Präsident Zölle von 10 bis 50 % auf importierte Waren an. Die Liste umfasste 185 Länder. Laut der Investmentbank JP Morgan besteht nun eine 60-prozentige Chance, dass die Weltwirtschaft bis Ende des Jahres in eine Rezession gerät, während zuvor 40 % prognostiziert worden waren.

Auf Waren aus der Europäischen Union werden nun Zölle in Höhe von 20 Prozent erhoben, wenn sie in die USA exportiert werden. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bezeichnete die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle als schweren Schlag für die Weltwirtschaft und erklärte, die EU sei bereit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, falls die Verhandlungen mit Washington scheitern.

China, das mit neuen Zöllen in Höhe von 34 Prozent zusätzlich zu den zuvor von Trump verhängten 20 Prozent konfrontiert ist, versprach ebenfalls Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Und die Reaktion folgte schnell. Bereits am 4. April kündigte China an, dass es ab dem 10. April zusätzliche Zölle von 34 % auf alle US-Waren erheben werde. Außerdem kündigte Peking mit Wirkung vom 4. April Kontrollen für die Ausfuhr von mittleren und schweren Seltenerdmetallen, darunter Samarium, Gadolinium, Terbium, Dysprosium, Lutetium, Scandium und Yttrium, in die USA an.

Das Welthandelsvolumen könnte innerhalb eines Jahres um 1 Prozent zurückgehen, nachdem US-Präsident Donald Trump den meisten Ländern Zölle auferlegt hat, so die Leiterin der Welthandelsorganisation (WTO) Ngozi Okonjo-Iweala in einer Erklärung. Dies könnte auch zu erheblichen Handelsumlenkungen führen.

Die EU-Beamte bereiten bereits Notfallmaßnahmen vor, um den europäischen Markt vor einem möglichen massiven Zustrom von Waren aus China zu schützen, nachdem die US-Regierung Zölle auf Einfuhren aus China verhängt hat, berichtet die Financial Times (FT) unter Berufung auf Quellen.

Auch andere Länder, die um den Schutz ihrer heimischen Produzenten besorgt sind, werden wahrscheinlich ähnliche Schutzmaßnahmen ergreifen.

Quelle: reuters.com